Sowohl ein Proxyserver als auch ein VPN stellt eine Verbindung mit einem Remote-Computer her, daher müsste es sich ja bei diesen beiden Dingen mehr oder weniger um dasselbe handeln, nicht? Das ist jedoch nicht ganz der Fall. Lassen Sie uns einmal einen genaueren Blick darauf werden, wie die beiden Lösungen jeweils angewendet werden, und erläutern, weshalb ein Proxyserver nur ein schlechter Ersatz für eine VPN-Lösung ist.

Fast jede Woche hört man in den Nachrichten von Verschlüsselung, gehackten Daten und ähnlichen Themen, die sich auf den Missbrauch von persönlichen Daten und den missglückten Schutz der digitalen Privatsphäre beziehen. In vielen dieser Berichte wird davon gesprochen, dass Sie die Sicherheit Ihrer Internetverbindung verbessern sollten und z. B. während des Besuchs in einem öffentlichen Café ein VPN (Virtual Private Network) nutzen sollten. Jedoch überspringen diese Berichte meist die wichtigen Details. Denn wie genau funktionieren diese Proxyserver und VPN-Verbindungen, von denen wir so viel hören, eigentlich?

Wenn Sie Zeit und Energie in die Verbesserung der Sicherheit investieren wollen, dann sollten Sie zunächst sichergehen, dass Sie auch das passende Werkzeug für die jeweilige Situation auswählen.

Auch wenn sie grundsätzlich unterschiedlich funktionieren, haben VPNs und Proxyserver eine Sache gemeinsam – beide lassen es so aussehen, als wären Sie von einem anderen geografischen Standort bzw. von einem anderen Land aus mit dem Internet verbunden, als Sie es wirklich sind. Wie genau diese Aufgabe jedoch ausgeführt wird, wie Ihre Privatsphäre geschützt wird und Daten verschlüsselt werden unterscheidet sich dahingegen stark, ebenso wie sich die zusätzlichen Funktionen unterscheiden.

 

Proxyserver verstecken Ihre IP-Adresse

Ein Proxyserver ist ein Server, der quasi als Zwischenelement in Ihrem Internetverkehr fungiert, so dass es so aussieht, als stamme Ihre Internetaktivität von einem anderen Ort. Nehmen wir mal an, Sie befinden sich in Kopenhagen und möchten sich gern auf einer Webseite einloggen, die eine Ländersperre hat, so dass die Seite nur Menschen zugänglich ist, die in den USA wohnen. Sie können dann eine Verbindung zu einem Proxyserver herstellen, der sich in den USA befindet, und haben daraufhin Zugriff auf die Webseite. Die Aktivität von Ihrem Browser scheint dann vom Remote-Computer auszugehen und nicht von Ihrem eigenen.

Der Proxyserver eignet sich hervorragend, um Aufgaben mit geringem Risikopotential auszuführen, wie z. B. das Ansehen von YouTube-Videos, die nur in bestimmten Regionen zugänglich sind, das einfache Umgehen von Inhaltsfiltern oder das Umgehen von IP-basierte Begrenzungen bei Online-Diensten.

Auf der anderen Seite sind Proxyserver nicht sehr gut für Aufgaben mit hohem Risikopotential geeignet. Proxys verstecken lediglich Ihre IP-Adresse und sind quasi ein stummer Diener inmitten Ihres Internetverkehrs. Sie verschlüsseln den Datenverkehr zwischen Ihrem Computer und dem Proxyserver jedoch nicht, entfernen normalerweise auch keine bereits identifizierten Informationen von Ihren Übertragungen (abgesehen von einfachen IP-swaps) und beinhalten keine weiteren Maßnahmen in Bezug auf Privatsphäre oder Sicherheit.

Jeder, der Zugang zu Ihrem Datenverkehr hat (z. B. Ihr Anbieter, Ihre Regierung oder irgendwer, der den Datenverkehr in fremden WLAN-Netzwerken (wie z. B. am Flughafen) abfängt usw.), kann Ihre Daten ausspähen. Darüber hinaus können bestimmte Arten von kleinen Programmen, wie bösartige Flash- oder JavaScript-Elemente, in Ihrem Internetbrowser Ihre wahre Identität preisgeben. Daher sind Proxyserver für wichtige Aufgaben, wie z. B. für den Schutz vor Überwachung Ihrer Onlineaktivitäten, gänzlich ungeeignet.

Letzten Endes sind Proxyserver-Verbindungen so konfiguriert, dass Sie auf der Verbindung von einer Anwendung zur nächsten Anwendung basieren, und sind nicht für ganze Computer gedacht. Sie konfigurieren nicht Ihren kompletten Computer, um die Verbindung mit einem Proxyserver herzustellen – Sie konfigurieren Ihren Internetbrowser, Ihren BitTorrent-Klienten oder andere Proxy-kompatible Anwendungen. Und dies ist auch wunderbar, wenn Sie lediglich eine einzelne Anwendung mit dem Proxyserver verbinden möchten (wie unsere bereits beschriebene Wahltabelle). Die Methode ist jedoch weniger geeignet, wenn Sie Ihre gesamte Internetverbindung umlenken möchten.


VPNs oder Virtual Private Networks verschlüsseln Ihre Internetverbindung

Virtual Private Networks, kurz VPN, lassen es genau so wie Proxyserver so aussehen, als käme Ihr Datenverkehr von einer anderen IP-Adresse an einem anderen Ort. Das ist jedoch der einzige Punkt, in dem sich die beiden Lösungen ähneln. VPN-Lösungen werden auf Betriebssystemlevel installiert, und die VPN-Verbindung bezieht sich auf die gesamte Netzwerkverbindung des Computers, für den die Verbindung konfiguriert wurde.

Dies bedeutet also, dass ein VPN – anders als ein Proxyserver, der einfach als Zwischenelement für eine einzelne Anwendung fungiert (wie Ihr Webbrowser oder BitTorrent-Klient) – den Datenverkehr jeder einzelner Anwendung auf Ihrem Computer einfängt, von Ihrem Internetbrowser über Ihre Online-Aktivitäten und sogar bis hin zum Windows-Update, das im Hintergrund ausgeführt wird.

Darüber hinaus läuft der gesamte Prozess über eine stark verschlüsselte Verbindung zwischen Ihrem Computer und dem Remote-Netzwerk. Dies macht eine VPN-Verbindung zur ideellen Lösung für jegliche Form von Netzwerksnutzung mit hoher Prioritätsstufe, bei welcher die Privatsphäre oder die Anonymität eine große Rolle spielen. Mit einem VPN kann sich weder Ihr Anbieter noch irgendjemand anders Zugang zu dem Datenverkehr zwischen Ihrem Computer und dem VPN-Server verschaffen. Wenn Sie z. B. in ein fremdes Land reisen und sich Sorgen machen, ob das Einloggen z. B. in Ihrem Online-Banking etc., das Lesen von persönlichen E-Mails oder die Verbindung mit Ihrem Heimnetzwerk zu Hause sicher genug ist, dann können Sie Ihren Laptop für die Nutzung eines VPNs konfigurieren.

Auch wenn Sie gerade nicht auf z. B. einer Geschäftsreise sind, können Sie die Vorteile eines VPNs nutzen. Mit einer VPN-Lösung auf Ihrem Computer müssen Sie sich nie wieder Gedanken über unsichere WLAN-Netzwerke an öffentlichen Orten machen oder darüber, wie viele Sicherheitslücken in der Internetverbindung in Ihrem Hotel lauern.

Ein VPN erfordert gute Hardware, und VPN-Dienstleistungen sind meist nicht kostenlos verfügbar. Für einen stabilen VPN-Service müssen Sie mit einer monatlichen oder jährlichen Gebühr rechnen. Außerdem gibt es einen zweiten Kostenfaktor, der mit VPN-Lösungen einhergeht, welcher sich auf die Leistung bezieht. Proxyserver dahingehen senden Ihre Informationen sehr einfach weiter. Es gibt keine Breitbandkosten und lediglich ein wenig Wartezeit bei der Nutzung. VPN-Server schlucken jedoch sowohl Leistung als auch Bandbreite auf Grund der Verwaltungsarbeit, die durch die Verschlüsselungsprotokolle entsteht.

Die Auswahl eines VPNs ist ein wenig komplexer als die Auswahl eines Proxyservers. Wenn Sie kaum Zeit haben, sich jedoch eine zuverlässige VPN-Lösung wünschen (was wir Ihnen wirklich empfehlen), dann ist F-Secure Freedome VPN sowohl eine benutzerfreundliche, funktionsreiche und günstige VPN-Lösung, die drei bis fünf Geräte in Ihrem Haushalt schützt.